Hedging mit Indexderivaten – Teil 1
Im Forum des trading netzwerks stieß ich die Diskussion über das Thema Hedging an und wollte wissen, wie und ob andere Trader sich mit sog. “Gegenpositionen” absichern. Dabei entstand eine interessante Diskussion, an der sich dann auch Fondsmanager Sascha König intensiv beteiligt hat. In dieser kleinen Serie gibt er uns einen Einblick zum Thema Hedging aus Sicht des institutionellen Börsenhändlers. Dabei beginnt er mit einer kurzen theoretischen Einführung zum Thema Futures & CFDs.
Der Einsatz von Futures
Der Begriff Futures ist eine Sammelbezeichnung für spezifische Terminkontrakte. Ein Future oder Terminkontrakt ist eine vertragliche, börslich gehandelte Vereinbarung zwischen zwei anonymen Parteien, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Basisgröße, die nach Menge, Qualität und Liefertermin standardisiert ist, zum aktuellen Marktwert zu kaufen oder zu verkaufen.
Der Käufer nimmt dabei die sog. Long-Position, der Verkäufer die sog. Short-Position ein. Da die Erfüllung der aus dem Futureskontrakt erwachsenden Verpflichtungen sowohl für die Long- als auch die Short-Seite definitiv bindend ist, werden Futures auch als unbedingte Termingeschäfte bezeichnet.
Steigt der Kassapreis des Basisobjekts während der Kontraktlaufzeit, so erzielt der Inhaber einer Long-Position einen Gewinn, während der Inhaber einer Shortposition einen Verlust hinnehmen muss und vice versa.
Es gibt zwei Hauptgruppen von Futures, die Financial Futures einerseits und die Non-Financial oder Commodity Futures andererseits. Den Financial Futures liegen als Basisobjekte Finanzinstrumente zugrunde, sie können dementsprechend in Zins-, Devisen- und Aktienindexfutures unterteilt werden.
Commodity Futures basieren auf vielfältigen realen physischen Gütern, insbesondere
Metallrohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten. I.d.R. wird ein Kontrakt nicht physisch erfüllt, sondern durch Eingehen einer identischen Gegenposition glatt gestellt. In manchen Fällen, so z.B.bei Aktienindexfutures, erfolgt statt dessen auch ein Cash Settlement.
Dabei treffen die Marktteilnehmer nicht direkt aufeinander. Zwischen Käufern und Verkäufern steht als Vermittler die Clearingstelle. Sie garantiert jedem Marktteilnehmer die pünktliche und exakte Erfüllung der Futureskontrakte bzw. deren Glattstellung durch das Cash Settlement.Da durch den Abschluss eines Futureskontraktes noch kein rechtlicher Übergang am Eigentum des gehandelten Basiswertes stattfindet, muss anstelle des vollen Wertes zunächst nur ein Teilbetrag, die Margin, entrichtet werden. Damit wird die spätere Erfüllung des Termingeschäfts abgesichert.
Durch die täglich aktualisierte Bewertung, das sog. marking-to-market, der Futurespositionen kann ein Marktteilnehmer gegebenenfalls dazu gezwungen sein, die Sicherheitseinlage zu erhöhen. Die Höhe der Margin variiert entsprechend dem in Verbindung mit dem Geschäft eingegangenen Risiko.Auch die mark-to-market-Bewertung der offenen Futurespositionen sowie die Einhaltung der Marginanforderungen werden seitens der Clearingstelle überwacht.
Da die Margin nur einen Bruchteil des eigentlichen Kontraktwertes darstellt, der Inhaber einer Futuresposition jedoch in vollem Umfang an den Kursbewegungen des Basisobjektes partizipiert, bietet eine Investition in einen Futureskontrakt einen hohen Hebeleffekt (Leverage) für das eingesetzte Kapital.
Index CFDs
Ein Differenzkontrakt, auch Contract for Difference (CFD), stellt die laufzeitunabhängige Vereinbarung über einen Barausgleich aus der Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis eines Finanzinstruments dar. Er reflektiert damit die genaue Kursentwicklung des zu Grunde liegenden Basiswertes, ohne dass dieser durch entsprechenden Kapitaleinsatz erworben werden muss. Differenzkontrakte gehören zur Gruppe der derivativen Finanzinstrumente.
Bis auf den Unterschied, dass der Future einen Verfallstermin hat (siehe Cost of Carry Konzept) sind CFDs und Futures sehr ähnlich in ihrer Anwendung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Derivaten sind Differenzkontrakte keine Termingeschäfte, denn sie verfügen über keine Fälligkeit und die Haltedauer ist unbegrenzt. Mit Differenzkontrakten kann man sowohl auf steigende Kurse (sog. „Long gehen”) als auch auf fallende Kurse (sog. „Short gehen”) des Basiswertes spekulieren.
Beim Handel mit Differenzkontrakten muss eine Sicherheitsleistung (Margin) auf die zu Grunde liegende Position hinterlegt werden, weil die Emittenten bzw. Market Maker dem Bonitätsrisiko des Anlegers ausgesetzt sind. Da diese Margin nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Werts des Basiswerts ausmacht, ergibt sich ein „Hebeleffekt” (Leverage). Broker bieten in der Regel eine Auswahl für den Hebel zwischen 5:1 bis 100:1 an. Je größer der Hebel, desto größer die Chancen und Risiken.
Teil 2 folgt in Kürze!
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Stuttgart: 30.5 – 1.6.2011
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Seminarbericht Wien Jänner 2011


