Beispielhafter Einsatz einer Hedging Strategie mit Index Derivaten
Sascha König setzt hier seine Serie “Hedging mit Indexderivaten” fort. Know-how von einem absoluten Profi. Sascha arbeitet seit mehr als 17 Jahren als institutioneller Händler und wird für das trading netzwerk Ende Mai in Stuttgart ein 3 Tages Seminar zum Thema “Computergestütztes Trading für Einsteiger” abhalten. Infos hier Lassen Sie sich das nicht entgehen!
Viele Trader setzen ihren Anlagestil um, indem sie einzelne Aktien auswählen und deren Risken mit Stop Losses auf die Einzeltitel begrenzen. Um Risiken zu streuen empfiehlt es sich, mehrere Positionen zu kombinieren, da im Sinne der Diversifikation das Gesamtrisiko reduziert wird. Dies kann mit unterschiedlichen Ansätzen passieren:
Ein Trader, der Einzelaktien grundsätzlich long investiert, kann sein Risiko streuen, indem er biespielsweise in fünf Aktien anstatt nur eine zu kaufen. Im Sinne der Diversifikation wird sich sein Gesamtrisiko senken, sein langfristiger Ertrag jedoch konsistenter werden. Lassen Sie uns die Korrelationen von einzelnen Aktien analysieren:
In obiger Abbildung ist die tägliche Korrelation der zehn größten Einzelaktien im DAX dargestellt. Wenn Aktien aus unterschiedlichen Branchen kombiniert werden, kann durch die geringere Korrelation der Einzelaktien als eins die Gesamtvolatilität des Portfolios gesenkt werden.
Für den 2-Anlagen-Fall lässt sich das Portfoliorisiko mit dieser Formel berechnen:
Die gegenseitige Abhängigkeit der Renditen wird mit dem Korrelationskoeffizienten ρ gemessen.ρ liegt in dem Intervall von -1 bis +1. Der Wert +1 bedeutet, dass sich die Renditen gleichgerichtet verhalten. Zwischen ihnen besteht folglich ein sehr ausgeprägter, positiver Zusammenhang. Entwickeln sich die Renditen dagegen perfekt entgegengesetzt, beträgt der Korrelationskoeffizient -1.
Der Korrelationskoeffizient kann auch den Wert 0 annehmen. In diesem Fall sind die Renditen unkorreliert, sodass zwischen ihnen kein systematischer Zusammenhang existiert.[Wenn der Korrelationskoeffizient einen Wert annimmt, der kleiner als +1 ist, dann sinkt die Volatilität des Portfolios unter das arithmetische Mittel der Risiken der Portfoliobestandteile. Die Senkung der Volatilität und somit die Risikominimierung wird als Diversifikationseffekt bezeichnet.
Dieser ist in Abhängigkeit des Korrelationskoeffizienten unterschiedlich stark ausgeprägt. Wird eine Diversifikation planvoll und gezielt vorgenommen (sog. Asset Allocation), d.h. nicht naiv, kann durch die richtige Wahl des Mischungsverhältnisses das Risiko nahezu komplett ausgeschaltet werden. Dies wird dann der Fall sein, wenn sich die Renditen perfekt gegenläufig entwickeln.
Bei einer Korrelation von 50% zweier Einzelaktien und 50% Gewichtung der Einzelaktien senkt sich die Gesamtvolatilität des Gesamtportfolios um rund 13,34% von 10% auf 8,66%.
Gewicht Aktie 1 50%
Gewicht Aktie 2 50%
Korrelation der Aktien 50%
Volatilität Aktie 1 10%
Volatilität Aktie 2 10%
Gesamtvolatilität 8,66%
Eine bessere Absicherung erhält der Trader, wenn er Long und Short Positionen miteinander kombiniert:
Angenommen er investiert eine Aktie long, eine andere short. Diese korrelieren mit -50% miteinander:
Gewicht Aktie 1 50%
Gewicht Aktie 2 50%
Korrelation der Aktien -50%
Volatilität Aktie 1 10%
Volatilität Aktie 2 10%
Gesamtvolatilität 5,00%
Eingesetzt in obiger Excelberechnung würde sich sein Risiko damit halbieren.
Er könnte also bei dieser Strategie risikoadjustiert zu einer wesentlich besseren Tradingperformance kommen, vorausgesetzt seine Performance liegt in beiden Aktien gleich hoch.
Viele Trader, welche Einzelaktien handeln, haben aber ein weiteres Problem. Die Anzahl der investierten Werte ergibt sich oft durch einen Bottom-Up-Investmentprozess. Dadurch ergeben sich oft mehr long als short Tradingideen bzw. umgekehrt. Was macht also ein Trader, der als Beispiel 5 Aktien long investiert hat, sich aber unabhängiger von der Gesamtmarktperformance machen möchte?
Beispielsweise könnte ein fortgeschrittener Trader seine Einzeltitelauswahlstrategie auf mehrere Performancequellen (Alpha Quellen) aufteilen.
1. Alphaquelle: Auswahl von guten Long Aktien
2. Aphaquelle: Auswahl von guten Short Aktien
3. realtime Messung des Portfoliorisikos gegen den Gesamtmarkt
4. Betasteuerung des Aktienportfolios mit Indexderivaten
Fortsetzung folgt!




