Beispielhafter Einsatz einer Hedging Strategie mit Index Derivaten – Teil 2
Fondsmanager Sascha König (Seminar Tipp Computergestütztes Trading für Einsteiger) setzt hier seine Serie über Hedging fort.
Real Time Messung des Gesamtmarktrisikos (Beta-Faktor)
Für eine wirksame Eliminierung des Marktrisikos mit Indexoptionen muss sich der Index in der gleichen Weise wie das Aktienportfolio bewegen. Dies ist jedoch nur dann gewährleistet, wenn der Indexkorb weitgehend dem Aktienportfolio gleicht. Damit auch für anders zusammengesetzte oder weniger breit gestreute Portfolios eine sinnvolle Absicherung möglich ist, müssen zwei Faktoren berücksichtigt werden:
Korrelationskoeffizient und Beta-Faktor
Korrelation
Die Korrelation ist ein Maß für den Anteil der Renditeschwankungen eines Titels, der durch den Gesamtmarkt zu erklären ist. Ist sie hoch, d.h. nahe eins, bewirken Gesamtmarktveränderungen einen großen Teil der Aktienkursvolatilität. In diesem Fall ist das titelspezifische Risiko der Aktie gering, das Marktrisiko hingegen hoch und eine Absicherung mit Indexoptionen ist geeignet. Ist die Korrelation gering, d.h. nahe null, wird die Volatilität nur wenig von der Marktentwicklung bestimmt. Hier ist vor allem das titelspezifische Risiko wichtig. Eine Absicherung mit Indexoptionen ist nicht geeignet, da ein hohes Basisrisiko besteht.
Beta-Faktor
Der Beta-Faktor misst die Sensitivität einer einzelnen Aktie im Verhältnis zum Index. Hat z.B. eine Aktie ein Beta von 0,7 und steigt und fällt der Index um 10%, dann sollte der Kurs dieser Aktie um 7% steigen oder fallen. Ein Beta von Null bedeutet, dass sich die Aktie völlig unabhängig vom Gesamtmarkt entwickelt. Ein Beta von eins bedeutet, dass sich die Aktie im Durchschnitt genau wie der Gesamtmarkt bewegt. Bei einem Beta, das größer als eins ist, variiert der Aktienkurs durchschnittlich stärker als der Gesamtmarkt.
• Der Beta-Faktor ist nur dann als Kennzahl geeignet, wenn der Titel eine hohe Korrelation zum Gesamtmarkt aufweist.
• Zudem handelt es sich um einen Wert, der aus historischen Daten berechnet wird.
• Der Beta-Faktor eines Portfolios entspricht dem gewichteten Durchschnitt der Beta-Faktoren der in ihm enthaltenen Titel.
Portfolio-Manager können das Risiko ihres Portfolios je nach den individuellen Markterwartungen steuern, indem die Marktsensibilität des Portfolios verändert wird.
Ein Aktien-Fondsmanager verwaltet ein diversifiziertes Portfolio und erwartet eine vorübergehende Baisse auf dem Gesamtmarkt. Der SMI steht im Februar auf 7.352,5 Punkten. Der Anleger möchte den Wert seines Portfolios absichern und verkauft deshalb SMI-Futures. Bei der Berechnung der notwendigen Anzahl Puts muss er den Beta-Faktor seines Portfolios berücksichtigen.
Aufgabe: Ermitteln Sie den Beta-Faktor für obiges Aktienportfolio und die Anzahl der zur Versicherung notwendigen Optionskontrakte!
Auflösung in Teil 3!
Herzlichst, Sascha König
Fortsetzung folgt!




