Grundlagen – Devisen und Öl
Hier wollen wir uns den Zusammenhang zwischen Öl und USD anschauen. Der grün weiße Chart ist der Ölpreis und der orange grüne Chart stellt den USD dar.
Noch einmal zurück zum Mai 2010 wo sich die Finanzkrise zuspitzte, da stieg der USD rasant an, gleichzeitig haben wir einen fallenden Ölpreis gesehen. Hier wieder die klassische inverse Bewegung des Ölpreises zum USD.
Darauffolgend haben wir gesehen, dass sich das fundamentale Bild für den USD ein klein wenig verändert hat, als über Deflation gesprochen wurde und als die Rezession ein Thema wurden. Die Kurse des USD sind gefallen, so haben wir einen steigenden Ölpreis gesehen.
Daraufhin wurde klar, dass die Zentralbank in Amerika anfangen wird, Staatsanleihen verstärkt aufzukaufen, um die Wirtschaft zu stützen und um aus der Deflation herauszukommen. Das schwächte wieder den USD. Daher haben wir einen fallenden USD gesehen und gleichzeitig einen ansteigenden Ölpreis.
Und das sind auch exakt die Punkte, wo wirklich das Geld im Markt steckt, wenn solche entscheidenden Richtungsänderungen im Markt stattfinden. Dieses sind wirklich eindeutige Mechanismen die greifen, wo durch das Fundamentale die Währungen einen Schub bekommen.
Zu diesem Zeitpunkt am 05.11.2010 wurde öffentlich, das die Zentralbank in Amerika weitere Staatsanleihen aufkaufen wird. Daraufhin stieg der USD an, obwohl die News negativ waren.
Warum stieg der USD an?
Weil die Markteilnehmen diese negative News bereits am 27.08.2010 angefangen haben, in den Markt einzupreisen, d.h. als die öffentliche Bekanntgabe stattfand, war dies bereits für die großen Marktteilnehmer bekannt, die imstande sind, den Markt zu bewegen. Es war dies keine Überraschung mehr. Das heißt, die Marktteilnehmer verdienten bereits in der Phase vorher ihr Geld. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe wurden die Gewinne realisiert und dann passierte dass, was passieren musste, der USD stieg an.
Wir haben also mit diesem Beispiel schon gelernt, das eine negative Marktnachricht nicht immer bedeuten muss, dass die Kurse fallen. Sondern eine sehr negative News, wie hier beim USD, kann auch dazu führen, das der USD nach der Bekanntgabe dieser News ansteigt, wenn die Marktteilnehmer vorher diese negativen News schon in den Markt eingepreist haben. Wenn also lange vorher schon bekannt war, dass hier etwas stattfinden wird, dann ist die tatsächliche Veröffentlichung, die Bekanntgabe nicht wirklich eine Überraschung. Die Marktteilnehmer wussten es, gingen sogar davon aus, und haben eben vorher schon den USD verkauft, bevor diese Sache veröffentlicht wurde.
Wir kommen später noch sehr detailliert in weiteren Teilen darauf zurück, wie wir an diese Informationen kommen, was die großen Marktteilnehmer aktuell in den Markt einpreisen.
Was können wir noch aus diesem Beispiel Öl und USD lernen?
Wir haben das Währungspaar CAD/JPY. Japan ist der Hauptimporteur für Öl. Das bedeutet, wenn der Ölpreis steigt, wird das Öl sehr teuer für Japan und das kann dazu führen, dass der JPY unter Druck gerät.
Wenn der Ölpreis steigt, ist das auf der einen Seite gut für den CAD, da Canada einer der Hauptexporteure für Öl ist. D.h. wir haben hier zwei entgegengesetzte Interessen, zwei Länder.
Dass eine Land profitiert von einem steigenden Ölpreis, und das andere Land profitiert von einem fallenden Ölpreis, die Währung kann somit unter Druck geraten. Deshalb, wenn der Ölpreis steigt, ist die Währung CAD/JPY oftmals eine interessante Trading Möglichkeit.
Was haben wir noch, wir haben das Währungspaar USD/CAD. Auch hier ist ein Zusammenhang zu erkennen. Wenn der USD ansteigt, wissen wir, dass der Ölpreis oftmals in die Gegenrichtung reagiert. D.h. wenn der Ölpreis fällt, fällt auch oft der CAD. Deshalb ist es eben dann günstig, das Währungspaar USD/CAD zu traden, da dieses damit ansteigt.
Hier sind die Zusammenhänge noch einmal aufgelistet:
Rechnen wir damit, dass der Ölpreis in der Zukunft ansteigt, dann könnten wir an CAD/JPY long interessiert sein und auf der anderen Seite USD/CAD eine short Position eröffnen.
Rechnen wir damit, dass der Ölpreis in Zukunft fällt, könnten wir nach CAD/JPY short Positionen schauen und auf der anderen Seite eine USD/CAD long Position eröffnen.
Diese Zusammenhänge zwischen ÖL und dem USD und dem JPY, ja auch Gold und dem USD oder dem AUD, diese Zusammenhänge sind äußerst interessant, aber nicht die einzigen Faktoren, nicht die einzigen Treiber für den Devisenmarkt.
Wir werden auch noch die anderen Treiber kennenlernen. Aber es ist interessant, über diese Dinge Bescheid zu wissen, und wie wir gesehen haben, gibt es auch Zeiten, wo wir einen steigenden Ölpreis sehen und einen steigenden USD. Also das ist keine Sache, die immer funktioniert.
Deshalb müssen wir, wenn wir schauen möchten, was die Währungen fundamental bewegt, uns eben auch die anderen Faktoren anschauen und können uns nicht nur auf einen Faktor verlassen. Denn es gibt nichts, was immer im Devisenmarkt funktioniert. Das ist bei der fundamentalen Analyse genauso wie bei der technischen Analyse.


