003 – Robo Tom
Von Harry L. Helnwein
Zu Robo Tom, auch bekannt als Thomas Vittner, komme ich gleich. Dann, wenn wir sehen, wie ein Profi-Trader wie er wirklich tradet. Aber zuerst sprechen wir über Motivation. Meine Motivation.
Welt der Wunder
Eines der sieben Wunder, nicht der Welt, sondern aus Wiener Neustadt, ist der Kanal der über die Fischa fließt. Zwei Bäche kreuzen übereinander ohne sich zu vereinen – Wahnsinn! Diese überwältigende Tatsache war mir als Junge der in Wiener Neustadt aufwuchs vor allem eines, nämlich komplett egal. Was mich interessierte war, was Andi, mein bester Kumpel, an diesem Dienstag Nachmittag plötzlich behauptete:
„Über die Fischa springen, das schaffst du nie!“. Was könnte für einen Lausbuben motivierender sein? Natürlich nichts! Wir trieben uns nach der Schule wieder Mal am Kanal herum, gleich in der Nähe wo dieser über die Fischa kreuzt. Logischerweise musste meine Antwort cool-gelassen und ohne das geringste Zögern kommen: „Aber locker!“.
Patschnasse Schuhe, triefenden Jeans. Okay, der Sprung war nicht schlecht, wohl nur nicht entschlossen genug. Anlass aufzuhören? Grund aufzugeben? Niemals! Bereits der dritte Versuch war es, wo ich Technik und Absprungpunkt ausreichend perfektioniert hatte. Ab diesem Zeitpunkt gelang es mir immer wieder. Wer glaubt, eine recht sinnlose Fähigkeit, der hat als pubertierender Junge noch nie versucht, die Mädchen aus seiner Schule zu beindrucken.
Die Screener Challenge
Zweifellos sollte man Thomas, alias Robo Tom, nicht mit einem Schulmädchen vergleichen das es gilt zu beindrucken. Wenn wir ehrlich sind, war das den Mädchen ohnehin immer egal, wer wie weit über welchen Bach springt. Es ging – und geht – in erster Linie um einen selbst; sich selbst zu beweisen dass man etwas schafft. So auch hier, bei der Idee zum Vittner Screener, als ich dachte, „Jetzt erst recht!“.


