Teil 3 – Währungskorrelationen

 

Stellen wir uns doch zum Anfang die Frage “Was ist eigentlich eine Währungskorrelation?” In der Finanzwelt wird die Währungskorrelation als ein statistisches Maß bezeichnet, wie sich zwei Wertpapiere in Beziehung zueinander zu bewegen.

Eine Währungskorrelation sagt uns, ob zwei Währungspaare über einen gewissen Zeitraum

  • sich in die gleiche Richtung bewegen
  • in die gegenüberliegende Richtung bewegen
  • oder sich völlig in die zufällige Richtung bewegen

Warum sollte man darüber Wissen haben?

Beim Handeln mit Währungen ist es wichtig zu verstehen, dass Währungen in Paaren gehandelt werden und kein einzelnes Währungspaar immer völlig isoliert ist. Sofern Sie nicht nur ein Währungspaar zu einem bestimmten Zeitpunkt handeln, ist es wichtig zu verstehen, wie sich verschiedene Währungspaare in Beziehung zueinander bewegen. Wenn Sie nicht wissen, welche Währungskorrelationen gerade aktiv sind, kann das eine ganze Menge an Risiko für Ihre Trades bedeuten und damit auch Auswirkungen auf Ihr Tradingkonto haben.

3 Dinge sind hierbei wichtig zu verstehen:

Die Korrelation wird in einen sog. Korrelationskoeffizienten, der zwischen -1 und +1 liegt, berechnet.

  1. Eine perfekte positive Korrelation bedeutet einen Korrelationskoeffizient von +1. Das heißt, dass die beiden Währungspaare sich zu 100% in die gleiche Richtung bewegen.

  2. Eine perfekte negative Korrelation bedeutet einen Korrelationskoeffizient von -1. Das heißt, dass die beiden Währungspaare sich zu 100% in die entgegengesetzte Richtung bewegen.

  3. Eine Korrelation von 0 bedeutet, dass die Bewegung zwischen zwei Währungspaaren null oder keine Korrelation aufweisen. Sie sind völlig unabhängig und zufällig zueinander. Mann kann im Moment nicht bestimmen, wie sich ein Paar in Relation zu dem Anderen bewegt.

Wo erhalten Sie diese wichtigen Informationen für die Korrelationsbestimmung?

Bei OANDA gibt es ein kostenloses Währungskorrelationstool:
http://fxtrade.oanda.com/lang/de/analysis/currency-correlation

 

Beispiel 1: Korrelation mit Gold

In der folgenden Tabelle sehen wir die Korrelation der verschiedenen Währungspaare zu Gold, und was wir hier feststellen ist, dass Silber (XAUUSD) und AUDUSD am besten mit Gold korrelieren.

Jede Zelle der Tabelle zeigt den Korrelationskoeffizienten zwischen den beiden Währungspaaren (horizontale Überschriften) im entsprechenden Zeitraum (vertikale Überschriften). Durch folgende Kategorien lassen sich die Tabellenwerte schnell interpretieren. Bitte beachten Sie, dass eine negative Korrelation bedeutet, dass sich die beiden Währungspaare in unterschiedliche Richtungen entwickeln (wenn z. B. der Kurs für eines der beiden Währungspaare steigt, fällt der Kurs für das andere Währungspaar (und umgekehrt)).

  • 0,0 bis 0,2 … sehr schwache bis vernachlässigbare Korrelation
  • 0,2 bis 0,4 … schwache, geringe Korrelation (unerheblich)
  • 0,4 bis 0,7 … mäßige Korrelation
  • 0,7 bis 0,9 … starke, hohe Korrelation
  • 0,9 bis 1,0 … sehr starke Korrelation

Hier ein Tageschart (FXCM) mit der Korrelation von Gold (XAUUSD) zu USDCHF (hier mit der weißen Linie dargestellt):

Die blauen Linien bilden in diesem Chart die Unterstützungen bzw. die Wiederstandslinie.

Interessant ist hierbei festzustellen, dass bei der Goldpreis (hier rote/grüne Kerzendarstellung) im Jahr 2009 eine Unterstützung gefunden hat und der USDCHF die gleiche Unterstützung im Oktober 2012 getestet hat.

Umgekehrt hat der USDCHF (hier mit weißer Linie dargestellt) bereits im Mai 2011 einen Wiederstand markiert, der vom Goldpreis im November 2011 nochmals getestet wurden.

Es scheint fast so, als ob sich der Markt diese alten Wiederstände und Unterstützungen der Korrelationspaare über viele Jahre merkt!

 

Beispiel 2: Korrelation EURUSD mit USDCHF

Wir wissen auch, dass der USDCHF gewöhnlich invers zu EURUSD funktioniert. Dass heißt, wenn das eine Währungspaar steigt, fällt das andere Währungspaar.

Hier ein Tageschart (FXCM) mit der Korrelation von EURUSD zu USDCHF (hier mit weißer Linie dargestellt):

Es ist hier sehr gut zu erkennen, wie stark die negative Korrelation von USDCHF (weiße Linie) zu EURUSD ist. Auch hier werden immer wieder Unterstützungen und Wiederstände in dem Korrelationspaaren ausgebildet (orange Kreise).

 

Achten Sie auf Ihr Risiko!

Wenn Sie gleichzeitig den Handel mit mehreren Währungspaaren durchführen, dann sollten Sie wissen, wie hoch Ihr eigentliches Risiko ist und das Risiko aufgrund Ihrer Diversifizierung.

Es ist einfach zu glauben, dass eine Diversifizierung im Währungshandel zu einer Risikoreduzierung führt, aber genau das Gegenteil ist sehr oft der Fall (z.B. EURUSD & EURGBP oder USDCHF & USDCAD).

Viele Währungspaare neigen dazu, sich bei einem Trend in die gleiche Richtung zu bewegen (z.B. EURUSD & GBPUSD sowie USDCHF & USDCAD).

Wie können Sie dieses Wissen in Ihrem Trading nutzen?

  1. Beseitigen Sie kontraproduktives Handeln

    Mit Hilfe der Korrelationstabelle können Sie erkennen, in welchen Positionen Sie bleiben können, und welche sich gegenseitig aufheben. (z.B. gleichzeitige Long Position im EURUSD & USDCHF)

  2. Leverage Gewinne

    Mit Hilfe der Korrelationstabelle können Sie erkennen, welche Währungen eine stark positive Korrelation aufweisen (z.B. gleichzeitig Long Position im EURUSD & GBPUSD)

  3. Risikostreuung

    Wenn Sie die Korrelationen verstehen, existieren auch Möglichkeiten, verschiedene Währungspaare so zu verwenden, dass sich eine Risikostreuung ergibt. Anstatt die ganze Zeit nur ein Währungspaar zu handeln, können Sie Ihr Risiko auf zwei Paare, die sich auf dieselbe Weise bewegen verteilen, auf die sogenannten Pick Paare.

    Pick-Paare sind Währungspaare, die eine starke bis sehr starke Korrelation (> 0,7) haben. Zum Beispiel neigen EURUSD & GBPUSD dazu, sich gemeinsam in die gleiche Richtung zu bewegen. Diese Korrelation zwischen diesen beiden Währungspaaren bietet Ihnen die Möglichkeit zu diversifizieren und so Ihr Risiko zu reduzieren.

    Beispiel: Nehmen wir an, dass wir für den USD optimistisch sind. Statt der Eröffnung von 2 LOT Short-Positionen von EURUSD, könnte man 1 LOT EURUSD und 1 LOT GBPUSD handeln. Mit dieser Diversifizierung der Gesamtposition hätte man damit ein gewisses Risikoschild geschaffen. Für den Fall, dass der Dollar doch abverkauft wird, könnte der Euro in einem geringeren Ausmaß als das Pfund davon betroffen sein.

  4. Hedge Risiko

    Obwohl eine Absicherung durch die Realisierung kleinerer Gewinne entstehen kann, kann es auch notwendig sein, Verluste zu minimieren.

    Wenn Sie in einer lang laufenden EURUSD-Position sind und diese beginnt gegen Sie zu laufen, dann können Sie eine kleine Long-Position in einem Währungspaar eröffnen, welches sich in die Gegenrichtung von EURUSD bewegt, wie z.B. in USDCHF.

Ich hoffe dieser Artikel konnte Ihnen eine kleine Einführung in den Bereich der Währungskorrelationen geben. Bei Fragen oder Anregungen schreiben Sie mir bitte einfach unter office@tradingrun.at oder auf www.tradingrun.at

Ich wünsche Ihnen noch ein erfolgreiches Trading!

Dkfm. Christian Schranz

 

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