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Allgemeiner Meinungsaustausch

Black Swans – Feind oder vielleicht Freund des ”Human Traders” (2 Antworten)

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  • Profilbild Carsten vor 2 Monaten, 4 Wochen:

    Hallo zusammen,

    ein Sonntags-Thema: ich bin gerade auf einen amerikanischen Blogartikel auf businessinsider.com gestoßen, der das Ende des menschlichen Handelns an Finanzmärkten proklamiert. Titel:

    “Humans Are Done Trading, It’s Time For The Rise Of The Machines”

    Das Thema “Black Swan” taucht ja schon das eine oder andere Mal in verschiedenen Threads auf. Ich bin nun auf eine interessante Untersuchung einer Gruppe von amerikanischen Professoren gestoßen.

    In a nutshell: Der Mensch benötigt für das Treffen einer Entscheidung mindestens 1000 ms Zeit. Black Swan events treten aber im Zeitraum <650 ms (crash) / < 950 ms (spikes) auf. Zwischen 2006 und 2011 fanden 18.520 (ca. grob 20 pro Handelstag!) solcher events statt. Die Professoren sagen eine Entwicklung von einer gemischt Mensch/Maschinen Phase zu einer reinen Maschinenphase des Handels kommen wird, in der häufige "Black Swan" events im Millisekundenbereich zu beobachten sind.

    Die Frage, die sich mir stellt. Können rein menschlich kontrollierte Handelsstrategien in einem solchen Umfeld erfolgreich sein?

    Wird es aus Eurer Sicht schwieriger, leichter oder einfach nur anders in einem solchen Marktumfeld?

    Im Übrigen dürfte das Thema Stoppsetzung aus meiner Sicht schon sehr von Strategien geprägt sein, wie der maschinell verursachten Volatilität der letzten Jahre "menschlich" zu begegnen ist.

    Interessanterweise haben die Professoren auch herausgefunden, dass die institutionellen Händler durch die Black Swan events am verwundbarsten waren. Vermutlich, weil hier die "Maschinen" sowohl intolerant reagierten wie agierten. Vielleicht sind in der Post Maschinenphase die "Menschen" wieder die erfolgreicheren Marktteilnehmer.

    Was meint Ihr?

    Viele Grüße

    Carsten

    Link zum zusammenfassenden Blog-Artikel:
    http://www.businessinsider.com/report-humans-are-done-trading-its-time-for-the-rise-of-the-machines-2012-2

    Detailreport:
    http://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/1202/1202.1448.pdf

  • Profilbild schaffner vor 2 Monaten, 4 Wochen:

    Ich denke, GERADE wegen dieser Black Swans sind Menschen den Maschinen überlegen. Weil Sie individuelle Entscheidungen treffen können.

    Allerdings unter einer Voraussetzung: sie müssen ihr Unterbewusstsein – in dem alle Erfahrungen gespreichert sind – anzapfen können. Das geht nur, wenn man frei von Angst ist. Dazu habe ich mich neulich mit jemanden Unterhalten, der ganz viel Ahnung von diesem Thema hat.

    Nehmen wir zum Beispiel die Livetrades, die von Thomas Vittner hier im trading netzwerk besprochen wurden (unabhängig vom Ergebnis – nur vom Vorgehen). Diese sind alle nach seinen verschiedenen Swing Regelwerken abgelaufen.

    Bei Thomas mischen sich ja immer schon diskretionäre und Systemelemente zu einem Handelsstil. Das macht für mich sein Trading ja so erfolgreich und zeitgleich faszinierend. Bei diesem Vorgehen wird das Entscheidungen treffen auf ein Minimum reduziert.

    Ich denke, Thomas kümmert es daher nicht, ob und welche Schwäne gerade um die Ecke kommen. Im Gegenteil: ein Computer ist mE in einem solchen Fall immer im Nachteil.

    Jedenfalls ein interessantes Thema!

    Gruß, Lars

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